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2 Finger Pentatonic – Theory Into Practice

Dez 29, 2018 | An der Gitarre

Die Pentatonik

Ja wer kennt sie nicht? Welcher Gitarrist ist noch nicht mit ihr in Kontakt gekommen? Es ist die wohl, von Gitarristen, am meisten verwendete Tonleiter, vor allem dann wenn es um erste Schritte des Improvisierens auf dem Instrument geht. Wem das hier überhaupt nichts sagt, kann sich gern mal schnell die berühmte Szene von Michael J. Fox an der Gitarre am Ende von „Zurück in die Zukunft“ anschauen.

An dieser Stelle soll es nun einmal um eine Alternative zu den gängigen typischen Boxen (fünf Postionen/Skalen) auf dem Gitarrengriffbrett gehen. Und darum welche Möglichkeiten uns diese „Short-Cut“- Alternative der Pentatonik bietet. Wer meinem Blog hier nicht zum erstmal folgt der wird wissen, dass mir daran gelegen ist, gerade bei technischen und Gitarren spezifischen Dingen, nicht Themen zu besprechen die schon tausend und abertausend Mal im Netz z.B. auf YouTube erklärt wurden. Wie zu vielen Songs, gibt es auch zur Pentatonik schon unzählige „how to play“- Videos. Mir ist heute daran gelegen hier eine kleine aber feine Erweiterung aufzuzeigen die viel verwendet aber doch noch sehr wenig im Netz aufgezeigt und erklärt wird.

(Hier aber zuerst einmal ein kleiner Exkurs für alle die hier eine Begriffsklärung zu den Pentatonik-Positionen benötigen. Alle Übrigen können diesen Abschnitt gern vernachlässigen 😉 )

Mit Positionen oder Boxen sind die einzelnen Skalen-Pattern/Griffbilder gemeint mit denen an verschiedenen Orten auf dem Griffbrett die gewünschte Tonart gespielt werden kann. Bei der Pentatonik ist dies ebenso wie bei allen anderen Skalen in fünf Positionen möglich. Wie der Namensteil „Penta“ schon sagt besteht sie aus nur fünf verschiedenen Tönen. Wir können jetzt auf der tiefen E-Saite, von jedem dieser fünf Töne an starten. Wenn wir das typische Muster spielen und immer zwei der Skalen-Töne auf einer Saite greifen, kommen wir insgesamt auf fünf „Boxen“. Diese Pattern oder Boxen findet ihr in fast jeder E-Gitarrenschule oder auch im Netz. Wenn ihr einmal die Begriffe Pentatonik und Gitarre in Kombination googelt, werdet ihr unter Bildern gleich zig verschiedene Abbildungen der hier beschriebenen Skalen finden. Gern könnt ihr euch diese in mein Chord-Sheet welches ihr hier findet übertragen. So habt ihr sie einmal selbst euch vergegenwärtigt und habt sie immer übersichtlich zur Hand

Moll-Pentatonik und ihre Töne:

1(root) – b3 – 4(11 ) – 5 – b7 // Grundton – kl.Terz – Quarte – Quinte – kl.Septime

Unser leichter und schnell zu lernender „Short-Cut“ ist nun folgender:

Wir haben bei der pentatonischen Skala auf der Gitarre grundsätzlich immer Töne die entweder 2 oder 3 Bünde voneinander entfernt sind. Dies wollen wir noch einmal vereinfachen. Wir spielen erstens nur mit zwei Fingern (Zeige- und Ringfinger bieten sich hier an, da sie besonders stark sind) und zweitens machen wir immer dann einen Lagenwechsel durch die einzelnen „Boxen“, wenn wir an eine eine Stelle in der jeweiligen „Box“ kommen in der ein 3-Bund-Abstand nun von Nöten wäre

An diesen Stellen wechseln wir eine Lage weiter (nach oben), so dass wir wieder mit zwei Fingern im Zwei-Bund-Abstand weiterspielen können. Der Ringfinger der linken Hand befindet sich immer auf dem Grundton (root-note), darauf folgt der Zeigefinger auf der nächst höheren Saite (3) und wieder der Ringfinger (4/11) auf gleicher Saite. Wir wechseln hier spätestens die Lage und spielen nun mit dem Ringfinger (5) eine Position höher, hierauf folgen Zeigefinger (b7) und Ringfinger (8 / root), wieder eine Saite höher. Dieses Pattern können wir überall auf dem Griffbrett durch alle Lagen wiederholen. Genaueres könnt ihr im Video hier sehen.

Ja warum ist diese Art die Pentatonik so zu spielen so genial?

Auf der Gitarre geht es langfristig darum das ganze Griffbrett gleich gut bespielen zu können. Jeder der beginnt oder sich an seine Anfangszeit auf dem Instrument erinnert, wird aber auch (noch) wissen, dass er oder sie in Phasen an der ein oder anderen Stelle auf dem Griffbrett oder in der ein oder anderen Tonart besser und leichter zurechtkam und lieber spielt/spielte. Ein häufig verwendeter Begriff in diesem Zusammenhang ist die „Freiheit auf dem Griffbrett“ oder „Fingerboard Emanzipation“. Dadurch, dass wir die Pentatonik in unserem Fall direkt und einfach über gleich drei ihrer statischen Positionen über das Griffbrett „quer-denkend“ verteilen, bekommen wir zu dieser Freiheit mit einer sehr einfachen Tonleiter einen schnelleren und leichteren ersten Zugang.

Des Weiteren wird unser Spiel dadurch viel flüssiger. Wir vermeiden direkt, dass es so klingt als hätten wir eine Tonleiter gerade erst neu gelernt! Was meine ich damit? Ihr habt vielleicht schonmal wahrgenommen, dass ihr den Eindruck habt als würdet ihr nicht musikalisch klingen, sondern so als würdet ihr eine Tonleiter/Skala rauf und runter, ja: „dudeln“. Genau… ihr klingt auch so! Das ist vollkommen richtig in diesem Fall dann wahrgenommen. Dadurch das wir mit unserer neuen 2-Finger-Pentatonik den festen Standort, das statische der Skala aber aufbrechen und gleich über mehrer Lagen denken, vermeiden wir ganz einfach und spielend genau diese Problematik. Probiert es einmal aus. Hierzu spielt ihr mal einen Ausschnitt z. B. vom Ton a bis a in der fünften Lage (I.Position in A-Moll) und dann spielt ihr exakt die gleiche Tonfolge mit unserer neuen Skala. Wenn ihr eine Gitarre auf dem Schoß habt, legt los. Hört euch zu.

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Und? Wie hat das geklappt? Gebt mir doch ein Feedback. Würde mich freuen!

Ihr werdet sicher festgestellt haben, das alles viel gebundener und weniger „abgehackt“ mit Hilfe der 2-Finger-„Short-Cut“-Version der Pentatonik klingt.

Ich habe euch hier einmal das Solo des Songs Let it Be der Beatles aufgenommen. An dem  Beispiel könnt ihr schön sehen, wie ein ganzes nicht komplexes Gitarrensolo von George Harrison mit dieser Tonleiter klingt.

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Schreibt mich gern an

Selbstverständlich für alle Fragen zu dieser Skala und dem Artikel, oder wenn ihr Verbesserungsvorschläge habt. Ich höre aber auch einfach gerne von euch! Schreibt mir ob diese Art die Pentatonik zu spielen euch weitergebracht hat. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Hier nun noch ein kleines extra „Goodie“ für euch!
Wer kennt schon Arpeggio´s? Für diejenigen, denen ausgespielte Akkorde auf der Gitarre nicht neu sind, habe ich hier einen kleinen weiteren Short-Cut für ein Moll-7-Arpeggio.

Vielleicht ist euch schon einmal aufgefallen, dass die Moll-Pentatonik nur einen Ton mehr beinhaltet als ein Moll-7-Arpeggio, nämlich die Quart ( 4 /11 ). Wenn wir diese jetzt weglassen oder besser noch nur als schnelle Vorschlag-Note in Form eines Slides hin zur Quinte spielen enthalten wir direkt ein sehr cool klingendes
aufwärts gespieltes Moll-7-Arpeggio.

Viel Spaß Euch, schnappt euch die Gitarren!

Für Euch entdeckt:

Simon Steinhäuser

(Dipl. Instrumentalpäd. - Gitarrist)
Rheinstraße 27, 63303 Dreieich
Tel: 06103-3764938
Mobil: 0177-6142823
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www.simon-steinhaeuser.de