Simon Steinhäuser – Musiker und Gitarrist

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Plektrum JA! – aber welches?

Mrz 4, 2019 | An der Gitarre

Diese Thema ist für alle Einsteiger der E-Gitarre, sowie auch für Fortgeschrittene sämtlicher Gitarren-Arten die immer wieder experimentierfreudig sind.

Ganz grundsätzlich kann man sagen, dass drei wichtige Dinge bei der Auswahl der „Plattl“, wie sie in manchen anderen deutschsprachigen Gegenden genannt werden eine Rolle spielen:

  • Instrument: welche Art von Gitarre wird von mir gespielt?
  • Stilrichtung: was spiele ich? wie will/soll ich klingen?
  • Gefühl: welche Plektren-Form liegt mir gut in der Hand?

Grob eingeteilt werden Akustische Gitarren eher mit weicheren und E-Gitarren mit härteren Plektren gespielt. Wenn man das erste Mal mit dem „strumming“ (anschlagen) von Akkorden in Kontakt kommt wird dies häufig auch mal erst auf der vorhandenen Nylon-Gitarre (Klassischen Gitarre) probiert. Hier empfehle ich euch ganz klar ein sehr weiches Plek.

Generell ist es am Anfang leichter mit dünneren weicheren Picks zu starten. Zu Beginn versucht jeder noch Spielgefühl zu erlangen. Häufig ist es dann noch schwer, die Stärke des Klanges der Gitarre mit der Kraft, mit der das Plektrum dann noch meist gehalten wird, zu beeinflussen. Insbesondere beim Spielen von Akkorden. Wenn ihr mit Plättchen in eurer Hand dann „etwas fester im Sattel sitzt“, könnt ihr auch etwas härtere Picks verwenden. Haltet ihr diese lockerer zwischen den Fingern, erhaltet ihr so auch einen „luftigeren“ und weicheren Sound beim Akkordanschlag. Eine gute Übung habe ich hierzu in meinem Blog-Artikel: Plektrum – optimale Haltung beschrieben.

Was wir spielen, ist ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des Plektrums, wenn man nicht mehr ganz am Anfang steht und schon etwas mehr Gefühl für das Pick entwickelt hat! D. h. es sollte dazu nicht mehr andauernd zwischen den Fingern verrutschen. Die Härte des Anschlages solltet ihr schon etwas besser kontrollieren können. Zu guter Letzt solltet ihr schon ungefähr bestimmte Saiten beim Akkordanschlag genau treffen können und andere Saiten die ihr meiden wollt, eben meiden können.

Grob unterscheiden kann man hier zwischen dem Spielen von Melodien oder dem Schlagen von Akkorden.

Will man beim Melodiespiel einen runden, etwas wärmeren und dickeren Ton der wohlklingend auftritt erreichen benutzt man härtere und auch dickere Plektrum Stärken. Immer wieder auch  Picks die nicht ganz so spitz vorne sind.

Ein Profi Tipp ist hier: Probiert einmal für einen „wärmeren“/„weicheren“ Ton mit einer der Plek Seiten zu spielen die abgerundet sind und nicht mit der Spitze. Auch mit dem Anschlag Winkel zu experimentieren ist eine gute Möglichkeit

Hier hilft wirklich das Experimentieren mit den Picks. Nicht jeder Stärkegrad (Dicke in mm) ist gleich hart. Manche sind flexibler, weil aus weicherem Material. Am Ende ist entscheidend, was eure Ohren euch sagen!

Bei der Plektren-Auswahl fürs Spielen von Akkorden kommt es stark darauf an was ich spiele. Vor allem deshalb heißt dieser Punkt auch Stilrichtung. Es ist ein krasser Unterschied ob ich Heavy Metal Riffs à la Metallica „durchhämmere“ oder lockeren Singer/Songwriter Pop auf einer Akustik Gitarre begleite. Ersteres braucht ein dickeres und härteres (manchmal je nach Geschmack auch ein noch leicht flexibles aber hartes) Plek. Letzteres benötigt eine lockere Plektrum-Haltung (es darf fast aus der Hand fallen, aber nicht verrutschen 😉 ) und auch ein dünneres und oft auch weicheres Pick.

Der letzte Punkt – Gefühl – hat viel mit subjektivem Empfinden zu tuen. Jeder hat andere Finger und Hände. Weshalb es hier auch gilt auszuprobieren welche Form einem am besten liegt. Neben der Standard Form die man so kennt, gibt es nämlich auch die verschiedensten Größen und Formen, eben mit den verschieden Stärkegraden die ich nun mehrfach erwähnte. So gibt es Gitarristen die auch in der Lage sind mit etwas härteren Plattl einen sehr luftigen Sound auf der Akustik-Gitarre beim strumming hinzubekommen und weiche Picks als zu schwammig empfinden. Und andere haben wiederum ganz generell einen so harten Anschlag, dass sie auch bei heftigen powerchord-lastigen Metal oder Rock-Riffs nicht zu den dicksten Pleks greifen, weil der high-Gain Sound noch schön ineinander schmelzen und nicht im Ohr „ballern“ soll.

Wieder Andere bekommen auch mit dünnen aber dennoch harten Picks einen runden, warmen Lead-Ton hin, weil sie es schaffen über den Winkel in dem sie die Saiten anschlagen dies zu kontrollieren. Technik spielt, wie ihr seht da auch eine große Rolle!

Was sind denn eure Lieblings Spielblättchen, Plattl, Pleks, Plektren und Zupflümmel?
…. Ja richtig gehört!

Es gibt Gegenden….naja… man kann sich ja schon denken in welchen deutschsprachigen Gefilden sie so genannt werden könnten.

Schreibt mir gerne von euren Erfahrungen  – und auch sehr gerne wenn ihr herausfinden könnt oder wisst wo der Ausdruck Zupflümmel für Plektron (wie man auch sagen kann) seinen Ursprung hat. Ich bin gespannt!

Welche Picks bevorzugt ihr?

Euer, Simon 😉

…. „Zupflümmel“….. ich bin immer noch am Schmunzeln…..  😀

Für Euch entdeckt:

Simon Steinhäuser

(Dipl. Instrumentalpäd. - Gitarrist)
Rheinstraße 27, 63303 Dreieich
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