Simon Steinhäuser – Musiker und Gitarrist

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Schneller Einstieg in die Welt der vierstimmigen Akkorde

Sep 30, 2019 | An der Gitarre

Vierstimmige Akkorde und jazzige-Voicings müssen nicht unübersichtlich und kompliziert sein!

Wenn du dich für Jazz-Gitarre interessierst, oder auch einfach über den Tellerrand blicken willst, weg von schlichteren Dur- und Moll-Dreiklängen und außer vielleicht noch einiger Dominant-Septakkorde weitere Akkorde noch Neuland für dich sind, dann ist dieser Blog Artikel genau der richtige für dich.

Falls dich theoretische Zusammenhänge dahinter interessieren und vor allem wenn du noch tiefer in die Materie eintauchen willst, könnte mein Blog: „Drop-Two-Voicing  Was ist denn das?“ wertvoll für dich sein. Drop-two-voicings sind in jedem Fall für jeden der Jazzgitarre lernen möchte unumgänglich.

In diesem Blog (wir können ihn gerne auch den „shortcut Einstieg in vierstimmige Akkorde“ nennen) geht es um diese beiden

Voicings:

root – 5 – 7 – 3  und root – 7 – 3 – 5   

Diese will ich euch hier vorstellen und eine Art zu üben, mit der man sie recht schnell lernt und gleichzeitig musik-theorethisches Verständnis weiterentwickelt.

Die beiden Voicings um die es hier gehen soll haben beide die „root“, den Grundton im Bass sind also Varianten einer ganz normalen Grundstellung. In der Klassik würde man von einer Weiten Lage sprechen. Die einzelnen Akkordtöne kommen nicht in der einfach Reihenfolge root- 3 – 5 – 7 vor sondern sind auseinander „gezerrt“. Ich spreche dennoch von einer Grundstellung, eben weil der Grundton im Bass den Ausschlag gibt. In Noten sieht das am Beispiel eines Cmaj7 Akkords so aus:

Wie entstehen nun eigentlich diese Vierklänge und woher weiß ich eigentlich welche alle vorkommen?

Der einfachste Weg dies aufzuzeigen ist der, dass wir auf jedem Ton einer gewöhnlichen Dur-Tonleiter einen Vierklang mit Tönen der selben Tonart bilden und uns anschauen welche Akkorde dann entstehen.

Schon haben wir die meist-gebräuchlichen Vierklänge zur Hand.

Wir sprechen hier von sieben Tonleiter-Stufen auf jeder Stufe ( I bis VII ) entstehen also folgende Akkorde:

Wir sehen also – wir erhalten vier verschiedene Vierklänge:

maj7

root – 3 – 5 – 7

(große Terz u. große Septime)

m7

root – b3 – 5 – b7

(kleine Terz u. kleine Septime)

7

root – 3 – 5 – b7

(große Terz u. kleine Septime)

m7b5

root – b3 – b5 – b7

(kleine Terz, verminderte Quinte u. kleine Septime)

Wie oben erwähnt geht es hier um 2 Arten mit denen man diese Vierklänge auf der Gitarre gut greifen kann root – 5 – 7 – 3 und root – 7 – 3 – 5.

Ersteres Voicing lässt sich im allgemeinen sehr gut mit Basston auf der A-Saite greifen und Zweites mit Basston auf der E-Saite. Natürlich funktioniert es auch umgekehrt und insbesondere das Zweite (Drop-Three-Voicing) macht Sinn auch einmal mit dem Basston auf der A-Saite zu lernen, aber diese beiden Versionen die ich hier zeige sind für verschieden Anschlagstechniken der rechten Hand und auch grifftechnisch für die Linke vorerst leichter!

Schauen wir sie uns an! Gebildet auf dem Ton C (3.Bund – A-Saite) entstehen bei
root – 5 – 7 – 3 folgende Griffbilder:

Übertragt Sie euch auch gerne in mein Chordsheet, welches ihr hier findet. So habt ihr gleich einen guten „Spickzettel“ für den Anfang.
Die beste erste Übung um die Griffe gut zu lernen wäre einmal auf der A-Saite eine C-Dur-Tonleiter mit den „A-Saiten-Voicings“ (wie ich sie gerne auch nenne) zu harmonisieren. Gleichzeitig werdet ihr dabei ein Verständnis für die einzelnen Stufen einer Tonleiter erlangen. Bevor hier jemand Panik bekommt. 😉 Nicht einmal gute Noten Kenntnisse sind hierzu erforderlich. Das einzige was hierzu definitiv zu wissen ist, ist dass die Halbtonschritte innerhalb einer Dur-Skala immer zwischen dem 3. und 4. und dem 7. und 8. Ton auftreten. (In C-Dur zwischen den Tönen e, f und h, c.)

Schauen wir uns nun die Griffbilder für das Voicing root – 7 – 3 – 5 an:

Auch hier empfehle ich euch sie einmal selbst in ein Chordsheet zu übertragen und auch hier einmal mit den Akkorden eine Tonleiter zu harmonisieren. Die Basstöne liegen dann jeweils auf der tiefen E-Saite. Allerdings würde ich nun eine andere Tonart vorschlagen und anstatt wieder C- Dur — G-Dur oder F-Dur verwenden.

Nun könnt ihr loslegen! Schnappt euch ein paar leichte gängige Jazz-Standards und
wendet die Griffe an. Hier ein paar Vorschläge für euch. Es sind welche die recht unkompliziert sind und immer wieder auf vielen Sessions gespielt werden.

Summertime
Blue Bossa
Autumn Leaves
Fly me to the Moon
Black Orpheus
There will be another you
All the things you are
Stella by Starlight

Ich empfehle auch immer gern für den Einstieg einfach einmal ein paar Kadenzen und Turn-a-rounds in verschiedenen Dur- und Moll-Tonarten zu spielen.
Gerne mal mit diesen folgenden versuchen:

1

I

II

V

I

2

VI

II

V

I

3

III

VI

II

V

Viel Spass beim ausprobieren!
Euer, Simon

PS: Für alle die etwas Startschwierigkeiten mit den richtigen Stufen-Akkorden der Moll-Skala haben, habe ich die Reihenfolge in Moll hier noch einmal aufgelistet:

Für Euch entdeckt:

Simon Steinhäuser

(Dipl. Instrumentalpäd. - Gitarrist)
Rheinstraße 27, 63303 Dreieich
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